Rudy Köhler - meine Pferdevita


Mein Leben hat (fast) immer viel zu tun mit der Natur und mit Nachhaltigkeit. Und hierzu gehören immer auch Pferde. Pferde (und andere Arbeitstiere) haben uns seit Jahrtausenden und bis heute begleitet und ihr Einfluss reicht weit über ihre Leistungen und die (Frei-)Zeit hinaus, die wir mit ihnen verbringen.

 

Für mich sind Pferde Freunde, Begleiter, Partner und Mitarbeiter auf gleicher Augenhöhe. Obwohl ich umständehalber nicht immer Pferde hatte, sind sie doch stets ein Teil von mir gewesen.

 

Sowohl meine Liebe zu Pferden als auch mein handwerkliches Geschick liegen mir "im Blut": mein Großvater Ernst-Heinrich Meyer und auch dessen Vater waren Schmiede und Hufschmiede. Sie hatten stets auch eigene Pferde. Auf dem Foto links (datiert ca. 1935) sind mein Opa und meine Oma vor ihrer eigenen Schmiede in Selent (Schleswig-Holstein) zu sehen.

 

Erst Ende der 1990er Jahre habe ich bei Dietmar Krüger (mehrfacher Deutschlandmeister im 2er- und 4er-Gespann und Erfinder des beliebten Sieltec-Geschirrs) in Humanopolis, Stoetze nicht nur das Fahren und die Landarbeit mit Pferden erlernt, sondern auch eine ordentliche Einführung in die professionelle Hufbearbeitung und den Beschlag mit Hufeisen an Kaltblutpferden bekommen.

 

Sechs Jahre lang, bis zum Jahr 2006, lebte ich mit meiner Familie in Chile auf unserem knapp 90 Hektar großen "Fundo" (= Ranch) mit Rindern, Lamas, Alpakas, Schafen, Hunden, Katzen und Federvieh zusammen. Pferde waren natürlich auch immer dabei: anfangs waren es vier, dann wuchs die Herde auf acht eigene Pferde an. Sie haben mir immer zuverlässig u.a. bei verschiedenen Landarbeiten (Holzrücken, Striegeln,...), beim Treiben und Trennen von Rindern (Cutting), bei Ausritten mit Urlaubsgästen und bei abenteuerlichen Fahrten mit dem Marathonwagen, geholfen.

 

In Chile begann ich mit der Barhufbearbeitung: Nachdem der Hufschmied vor Ort nicht in der Lage war, die Pferde (auf dem Foto rechts ein Teil meiner Herde) ordentlich zu beschlagen - Hufe schlecht bearbeitet, Hufeisen unpassend, häufiger Verlust derselben auf der Weide, usw. -, habe ich ihn im Jahr 2000 "entlassen" und seitdem immer die Hufe aller meiner Pferde selber bearbeitet, zunächst mehr "intuitiv" und dann nach dem NHC-System (Natural Hoof Care nach Ramey, Jackson, u.a.). Seitdem gingen sie barhuf. Nach einer entsprechenden Gewöhnungsphase war das gar kein Problem, auch nicht mit Reiter auf Schotter und den dort üblichen schlechten Wegen.

 

Im Jahr 2006 kehrte ich nach Deutschland zurück.  Im Jahr 2008 entstand die inzwischen eingetragene Marke PFIT – dieses Kürzel steht für Pfitness, also Pferde-Fitness –, womit das von Natur aus vorgesehene (möglichst) vollkommene körperliche und psychische Wohlbefinden des Pferdes gemeint ist, das das Ziel meiner Arbeit ist.

 

Im Jahr 2015 lernte ich auf einem von Martin Bösel geleiteten Seminar das F-Balance-System kennen. Dieses sagte mir zu, weil es sich als einziges ausschließlich an den natürlichen Informationen und somit den Bedürfnissen des Hufes selbst orientiert und nicht an der (theoretischen und subjektiven) Vorstellung eines Idealhufes. Dieses war mir als naturwissenschaftlich forschender Ingenieur (hauptsächlich Nachhaltigkeit und baubiologisch einwandfreie Baustoffe) besonders wichtig: ein möglichst hohes Maß an Objektivität und ein möglichst geringes an Subjektivität.

 

Mein Umzug von Bremen nach Remscheid Anfang 2016 erforderte den Aufbau eines neuen Kundenkreises. Da ich auch zu Luhden (Kreis Schaumburg, Niedersachsen) eine enge, emotionale Beziehung habe, baue ich gleichzeitig auch dort weiter meinen Kundenkreis auf und arbeite dort genauso aktiv wie in Remscheid. Beide Standorte sind somit vollkommen gleichwertig.

 

Der regelmäßige Besuch von Fortbildungsseminaren ist für mich selbstverständlich, um möglichst zeitnah über die neuesten Erkenntnisse in Sachen Hufbearbeitung und Hufgesundheit informiert zu sein. Dieses insbesondere, weil mir das möglichst vollkommene Wohl - die Pfitness! - von Pferden und anderen Equiden am Herzen liegt, aber natürlich auch aus rein wissenschaftlicher Neugierde.


Wenn Sie mit mir etwas weiter in die Zukunft denken möchten, dann lesen Sie doch auch meinen Leserbrief an die IGZ (Interessengemeinschaft Zugpferde e.V., externer Link), den ich bereits im April 2009 geschrieben habe und der in der hervorragenden Zeitschrift "Starke Pferde" veröffentlicht wurde. Er hat nichts an Aktualität verloren, ganz im Gegenteil...

 

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Leserbrief zum Gasteditorial der IGZ in "Starke Pferde", 2009
Leserbrief Gasteditorial IGZ 2009.pdf
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