Hufbearbeitungsintervalle


Eine sehr große Rolle spielen im Zusammenhang mit der Hufgesundheit die Bearbeitungsintervalle. Damit ist die Zeitspanne gemeint, die zwischen zwei Hufbearbeitungen liegt, unabhängig davon, ob barhuf oder mit permanentem Hufschutz. In der Natur erfolgt die "Bearbeitung" der Hufe praktisch ständig durch die Bewegung der Pferde auf entsprechendem Untergrund.

 

Bei in Gefangenschaft gehaltenen Pferden erfolgt dieses i.d.R. nicht, sie stehen tatsächlich meistens entweder in einer "Box", einem Paddock, Offenstall oder Weide. Bezeichnend ist hier der gängige Ausdruck "Mein Pferd steht da und da" anstelle von "Mein Pferd lebt da und da". Durch dieses überwiegende Stehen (also kaum Bewegung) auf meist ungeeigneten Böden ist eine regelmäßige Hufbearbeitung seitens eines erfahrenen Hufbearbeiters (Hufpfleger, Hufschmied, usw.) unbedingt nötig. Nur so kann der ungenügenden oder ungleichmäßigen Abnutzung entgegengewirkt werden.

 

Die Zeitintervalle zwischen den Hufbearbeitungen sollten möglichst kurz sein, um sich dem natürlichen Zustand so weit wie möglich zu nähern und die Wahrscheinlichkeit von langfristigen Schäden zu reduzieren. Der gute Hufbearbeiter kann und wird stets Empfehlungen im Sinne der Pferde aussprechen. Streng genommen gilt: Sobald eine Formveränderung am Huf aufgrund von unzureichender Abnutzung sichtbar wird, ist der ideale Zeitpunkt für eine Hufbearbeitung bereits überschritten!

 

Nachstehendes Bild (bitte darauf klicken zum Vergrößern!) zeigt qualitativ den Einfluss nur der Hufbearbeitungsintervalle auf die Hufgesundheit. Sind die Intervalle zu groß, so ist es nicht möglich, bei kranken bzw. geschädigten Hufen aus dem so genannten Reparaturmodus heraus in einen echten Heilungsmodus zu gelangen, die Hufe bleiben schlecht. Eine Verbesserung der Hufsituation ist nur mit ausreichend kleinen Zeitintervallen realisierbar (sofern keine irreversiblen Schäden vorliegen und die Schädigung überhaupt durch eine Hufbearbeitung, welcher Art auch immer, beeinflussbar ist).

 

 

Zu beachten ist auch, dass durch eine entsprechende Hufbearbeitung behebbare Schäden meistens nicht "spontan" verschwinden. Umso weniger, je länger die Bearbeitungsintervalle sind. Sprich: Manche Schäden können nicht nach kurzer Zeit beseitigt werden. Denn auch eine noch so gute Barhufbearbeitung ist kein Wundermittel. Häufig ist viel Geduld sowohl seitens des Pferdehalters als auch des Hufbearbeiters nötig. Die Hufwände wachsen etwa einmal jährlich vollkommen nach. Nicht selten dauert es deshalb auch mehr als ein Jahr, bis reversible Schäden behoben sein können.